Lightroom-Plugin: Messerfotos direkt auf Instagram veröffentlichen

Wer seine Fotos bevorzugt in Lightroom bearbeitet, bevor er sie auf Instagram postet, kennt das Problem: Da der beliebte Bilderdienst weder eine Software noch ein Web-Interface zur Verfügung stellt, um Fotos direkt vom Rechner aus hochzuladen, bleibt nur der Umweg über einen Cloud-Speicher, auf den auch das Smartphone zugreifen kann. Das Plugin LR/Instagram von Capture Monkey macht mit diesem umständlichen Workflow Schluss: Bearbeitete Fotos können von der Lightroom-Classic-Oberfläche aus direkt an Instagram geschickt werden – inklusive Bildunterschriften und Hashtags.

Das Plugin funktioniert sowohl unter Windows als auch unter Mac OS. Wenn man die Software registriert, werden einmalig 10 US-Dollar fällig – ein sehr moderater Betrag für ein äußerst nützliches Tool.

Installation des Plugins

Nachdem Sie das ZIP-Archiv von der LR/Instagram-Website heruntergeladen und entpackt haben, rufen Sie in Lightroom Classic aus dem „Datei“-Menü den Zusatzmodul-Manager auf. Über die Schaltfläche „Hinzufügen“ wird das Plugin installiert. Sie können LR/Instagram auch ohne Registrierung nutzen, um es zunächst auszuprobieren.

Veröffentlichungsdienste

Das Plugin unterstützt die Arbeit mit mehreren Instagram-Accounts. Für jedes einzelne Instagram-Konto muss jeweils ein eigener LR/Instagram-Veröffentlichungsdienst eingerichtet werden. Die Veröffentlichungsdienste finden Sie in der linken Spalte des „Bibliothek“-Moduls. Wählen Sie einen sprechenden Namen und geben Sie die Login-Informationen des Instagram-Accounts ein.

Nach erfolgreicher Authentifizierung erscheint das Instagram-Profilbild im Veröffentlichungsmanager. Unter dem Punkt „Preferences“ haben Sie die Möglichkeit, die Anzahl der Bilder, die pro Upload-Aktion hochgeladen werden, zu begrenzen. Außerdem können Sie erzwingen, dass die Bilder im Quadratformat hochgeladen werden. Liegt das Bild in einem anderen Format vor, fügt das Plugin einen weißen oder schwarzen Rand hinzu. Ich empfehle Ihnen jedoch, die Option „Force padding to square“ zu deaktivieren und das gewünschte Seitenverhältnis bereits während der Bildbearbeitung festzulegen. Schließlich können Sie noch bestimmen, ob und ich welcher Reihenfolge Bildunterschriften und Hashtags mitveröffentlicht werden sollen.

Wenn Sie mehrere Veröffentlichungsdienste eingerichtet haben, erscheinen diese untereinander in dem entsprechenden Menü in der linken Randspalte. Der folgende Screenshot zeigt die drei Dienste, die ich für meine Instagram-Accounts „All Things Brass“, „Messerfotografie“ und „Stefan Schmalhaus“ eingerichtet habe:

Um Ihre bearbeiteten Fotos auf Instagram zu posten, ziehen Sie sie einfach per Drag-and-drop auf die Fläche unterhalb des jeweiligen Veröffentlichungsdienstes. Die Anzahl der für die Veröffentlichung bestimmten Fotos wird Ihnen rechts neben der Beschriftung „Instagram photos“ angezeigt. Bedenken Sie jedoch, dass diese Drag-and-drop-Aktion nur in Lightrooms „Bibliothek“-Modul möglich ist. Mit einem rechten Mausklick auf die „Instagram photos“-Fläche rufen Sie ein Kontextmenü auf, das Ihnen die Option „Jetzt veröffentlichen“ bietet, mit der Sie den sofortigen Upload der Fotos veranlassen können. Allerdings sollten Sie Ihre Fotos zuvor noch mit Bildunterschriften und Hashtags versehen.

Bildunterschriften und Hashtags

Wenn Sie einen themenzentrierten Instagram-Account betreiben, werden Sie Ihre Fotos wahrscheinlich mit einem wiederkehrenden Bestand an Hashtags bestücken wollen. Instagram selbst bietet dafür keinerlei Verwaltungsfunktionen. Mithilfe des LR/Instagram-Plugins können Sie mehrere Presets mit einer Kombination aus Bildunterschrift und Hashtag-Liste anlegen. Das erspart Ihnen die üblichen Copy-and-paste-Orgien, um ein mühsam zusammengestelltes Hashtag-Ensemble von einem Foto auf ein anderes zu übertragen. Das Plugin benutzt dafür die Felder „Bildunterschrift“ und „#Hashtag“ in der Eingabemaske der Metadatenvorgabe.

Wenn Sie mit mehreren Hashtag-Listen zu unterschiedlichen Themenbereichen arbeiten, können Sie für jedes Thema ein eigenes Metadaten-Preset anlegen, das Sie dann später nur noch den Fotos zuweisen müssen. Damit Sie nicht die Übersicht verlieren, werden Ihnen Bildunterschrift und Hashtags zu jedem Foto im Metadaten-Abschnitt in der rechten Randspalte angezeigt, wo Sie auch die zuvor angelegten Presets für das jeweilige Foto auswählen können.

Fazit

Für gerade einmal 10 US-Dollar löst das Plugin LR/Instagram zwei Probleme auf einen Schlag: Zum einen können Fotos nach der Bildbearbeitung auf einem Desktop-Rechner oder Notebook ohne Umweg übers Smartphone auf einen oder mehrere Instagram-Accounts hochgeladen werden, und zum anderen vereinfacht die Software die Verwaltung von umfangreichen Hashtag-Listen. Dieses Plugin ist ein Muss für alle Fotokünstler, die ihre Arbeiten regelmäßig auf Instagram veröffentlichen.

Unsere Wertung:

2018-01-31T16:03:46+00:0025. Januar 2018|

Über den Autor:

Stefan Schmalhaus studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie in Münster. Er schreibt und fotografiert regelmäßig für die Zeitschrift "Messer Magazin" und ist Autor des Buchs "Gentleman-Taschenmesser", das auch ins Englische übersetzt wurde. Darüber hinaus betreibt er seit vielen Jahren einen YouTube-Kanal rund um edle Schneidwerkzeuge.

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