Do it yourself: Unter- und Hintergründe für Messerfotos gestalten

Sowohl in der Produkt- als auch in der Still-Life-Fotografie sind Hinter- und Untergründe wichtige Gestaltungsmittel, die maßgeblich zur Bildästhetik beitragen. Halten Sie daher stets Ausschau nach ungewöhnlichen Fundstücken, die für diesen Zweck geeignet sind. Oder schnappen Sie sich Farbe, Pinsel und ein paar andere Utensilien und gestalten Sie individuelle Hinter- und Untergründe für Ihre Messerfotos selber.

Was Sie benötigen

Ich möchte Ihnen Untergrundplatten vorstellen, die in der Food-Fotografie sehr beliebt sind. Die bekannte Food-Fotografin Corinna Gissemann betreibt sogar einen DaWanda-Shop, wo Sie solche Platten fertig kaufen können. Es macht jedoch mehr Spaß, die Fotountergründe selber herzustellen. Sie benötigen dazu folgende Materialien:

  • MDF- oder HDF-Platten
  • Moltofill
  • Farbe
  • Spachtel
  • Pinsel
  • Farbroller
  • Topfschwamm

Die Größe der Platten hängt von Ihren Anforderungen ab. Ich verwende gerne die preiswerten HDF-Platten von Hornbach im DIN-A1-Format (59,4 cm x 84,1 cm) mit einer Dicke von drei Millimetern. Die Größe eignet sich auch für Sets mit zusätzlichen Props (Schneidbretter, Teller, Lebensmittel usw.).

Außer glänzenden Lacken können Sie als Farbe fast alles verwenden, was Sie im Baumarkt finden. Ich bevorzuge wasserlösliche Abtönfarben, die sich gut mischen lassen.

Erster Arbeitsschritt (optional): Spachtelmasse auftragen

Nachdem Sie die MDF- oder HDF-Platte von Staub gereinigt haben, können Sie direkt mit dem Farbauftrag beginnen. Wenn Sie dem Untergrund jedoch eine Struktur verleihen wollen, tragen Sie vorab mit dem Spachtel eine unregelmäßige Schicht Moltofill auf. Sie brauchen nicht die komplette Platte zu bedecken. Es genügt, wenn Sie mit der Spachtelmasse eine Art Inselwelt erschaffen.

Zweiter Arbeitsschritt: Farbe auftragen

Nach spätestens einer Stunde ist die Masse getrocknet, und Sie können mit dem Farbauftrag beginnen. Wie Sie dabei vorgehen, bleibt Ihrer Kreativität überlassen. Beispielsweise können Sie zunächst mit dem Farbroller eine Grundfarbe auftragen, um dann in die noch feuchte Farbe mit Schwamm und Pinsel einen weiteren Farbton einzuarbeiten. Sie können aber auch vorab Ihre Wunschfarbe zusammenmischen, um sie dann mit verschiedenen Tupf- und Streichtechniken aufzutragen. Trauen Sie sich, zu experimentieren! Ein Falsch oder Richtig gibt es nicht. Wenn Sie mit mehreren Farbtönen arbeiten, sollten Sie freilich darauf achten, dass die Farben miteinander harmonieren.

Beispiel 1

Beim ersten Beispiel habe ich zunächst eine grobe Schicht Spachtelmasse aufgetragen. Nachdem diese ausgehärtet war, habe ich die komplette Platte mit dem Farbroller weiß gestrichen. In einer Farbwanne habe ich mir aus Weiß und Schwarz ein betonfarbenes Grau gemischt, das ich dann mit einem breiten Pinsel in die noch feuchte weiße Farbe eingearbeitet habe. Da ich Weiß und Schwarz nicht homogen miteinander verrührt hatte, ergaben sich beim Farbauftrag verschiedene Grauabstufungen.

Beispiel 2

Das zweite Beispiel hat ebenfalls eine strukturierte Oberfläche aus Spachtelmasse, auf die ich mit dem Farbroller eine deckende Schicht Schwarz aufgetragen habe. Auf die fast trockene schwarze Farbe habe ich dann mit der weichen Seite eines Topfschwamms weiße Flächen getupft.

Beispiel 3

Beim dritten Beispiel habe ich auf die Spachtelmasse verzichtet und direkt mit dem Farbauftrag begonnen. Zunächst habe ich die Platte schwarz gestrichen und danach mit einem Schwamm braune Flächen in die schwarze Farbe getupft.

2017-11-12T10:37:34+00:00 6. November 2017|

Über den Autor:

Stefan Schmalhaus studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie in Münster. Er schreibt und fotografiert regelmäßig für die Zeitschrift "Messer Magazin" und ist Autor des Buchs "Gentleman-Taschenmesser". Darüber hinaus betreibt er seit vielen Jahren einen YouTube-Kanal rund um edle Schneidwerkzeuge.

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